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Zoo Leipzig

Besuch des Leipziger Zoos am 19. März 2005

Im März 2005 besuchen wir und eine befreundete Familie den Leipziger Zoo.

Michael Ernst streichelt ein Hyänenkind

Ich bin begeisterter Zuschauer der Freitagabend Sendung im MDR, "Elefant, Tiger und Co", welche Geschichten und Neuigkeiten aus dem Zoo Leipzigs erzählt. Am 19. März können wir auch mal hinter die Kulissen schauen. Herr Michael Ernst, bekannt durch die Sendung und Pfleger des Lama Horst, leitet extra für uns eine Führung.

In den letzten Jahren hat sich der Zoo immer mehr zu einer Besucherattraktion entwickelt. Die Strategie der Verantwortlichen der GmbH liegt darin, Tiere, die in Einzelkäfigen ihr Dasein fristen bzw. fristeten nach und nach auf große, freizügige Gelände zusammenzuführen. Die Umgestaltung zum »Zoo der Zukunft« soll bis zum Jahr 2014 vollständig abgeschlossen sein. Die Besucher werden dann auf Entdeckungsreisen durch Asien, Südamerika, Afrika und das urzeitliche Gondwanaland geführt.

Wenn man derzeit auf dem Gelände des Zoos spazieren geht, kann man sich von der Umsetzung des Gesamtvorhabens schnell überzeugen.

Kiwara-Savanne

Leipzig oder Afrika? Die »unendliche« Savanne Er wird bald für Nachwachs sorgen.

Im April 2004 wurde die Kiwara-Savanne eröffnet. Rund 25.000 Quadratmeter naturgetreu gestalteter Savannenlandschaft ziehen die Besucher in den Bann. Die Vergesellschaftung der Tiere ist dabei die aufregendste und spannendste Etappe. Längst haben sich die Zebras, Strauße, Flamingos, Giraffen u.a. aneinander gewöhnt und verbringen ihren Tag zusammen in der Savanne. Aber immer wieder warten neue Herausforderungen auf die Tiere und die Besucher.

»Keine Gefahr in Sicht« Vater Hyäne auf der Hut. »Füttern verboten!«

Herr Ernst vermittelt uns viel Interessantes und Wissenswertes von seiner Arbeit und von den großen und kleinen Tieren, die im Zoo zu Hause sind.

Wer weiß schon, dass bei den Hyänen die Männer gar nichts zu sagen haben? Selbst die weiblichen Nachkommen (ca. 9 Monate alt) sind in der Rangfolge höher einzustufen, als ihr Vater. Das männliche Tier bekommt erst dann was zu fressen, wenn seiner Weiber satt sind. Andernfalls attackieren die Weiber das männliche Tier so, dass er "freiwillig" sein Futter her gibt.

Kürzlich durfte ein Zebrahengst, der bisher nur mit männlichen Tieren in einem anderen Zoo zusammengelebt hat, zum ersten Mal zu einer Horde weiblicher Tiere. Mich würde es nicht wundern, wenn sich die Zebraherde bald vergößert:-)
Als ich mittags von der im afrikanischen Stil eingerichteten Kiwara-Lodge auf das Gelände schaue, habe ich für kurze Zeit das Gefühl mitten in Afrika zu sein.

Aber auch kleinere Tiere, die in Afrika leben, erhalten im Zoo Leipzig eine großzügige und geeignete Unterkunft.

Berechtigte? Hoffnung auf Nachwuchs bei den Gundis. Die Graumullen. Kurzohrrüsselspringer.

Löwensavanne

Das Wappentier Leipzigs ist der Löwe. Schon aus diesem Grund ist der Zoo an eine erfolgreiche Zucht interessiert. Seit Eröffnung der Löwensavanne im Jahr 2001 gab es diesbezüglich leider immer wieder Rückschläge.

Der damals neu angeschaffte Löwe Arthur biss bei der ersten Begegnung seine Gefährtin Chiara tot. Daraufhin wurden er und sein Bruder Wolfram abgegeben und eine neue Zuchtgruppe nach Leipzig geholt. Mit den Löwinnen Kimbali und Luena und Löwe Martadi erhoffte man sich baldigen Nachwuchs. Bei Kimbaly zeigte sich bald, dass sie an Grauem Star litt und deshalb möglicherweise als Zuchtlöwin nicht in Frage kommt.

Luena, die ihren Nachwuchs leider verstieß.
Malik in seinem Reich.

Im Jahr 2004 gebar Luena einen Sohn "Malik", den sie aber nach zwei Wochen verstieß. Der Kleine wurde vom Tierpfleger Jörg Gräser mit der Hand aufgezogen und ist zu einem Publikumsmagnet geworden. Wenn Herr Gräser mit Malik spielt, schauen ihnen Hunderte Leute aus sicherer Entfernung zu.

Schon bald wird Malik zu groß und das Spiel zu riskant sein, so dass das Schicksal von Malik noch nicht endgültig geklärt ist. Ihn mit den anderen Löwen zusammenzulassen, ist einfach zu gefährlich. Malik in einen anderen Zoo zu vermitteln ist sehr schwer, da er fast nur an Menschen gewöhnt ist.

Im Februar 2005 gebar Luena wieder nur ein männliches Jungtier. Alle Hoffnung lag darauf, dass sie dieses Mal ihrer Mutterrolle gerecht wird. Nach einer Woche hat sie ihrem Kleinen Leid zugefügt und ihn aus der Wurfkiste geworfen. Eine Handaufzucht kam nicht mehr in Frage, so dass sich die verantwortlichen Zoomitarbeiter schweren Herzens für die Einschläferung des drei Wochen alten Jungtiers entschlossen. Die Zucht wurde vorerst ausgesetzt.

Als wir Luena fern von den Besuchern so friedlich liegen sehen, können wir uns kaum vorstellen, dass sie eine so herzlose Mutter sein kann. Während sich Malik draußen in der Löwensavanne aufhält, sind die drei Erwachsenen Löwen in ihrem Gatter. Am Nachmittag werden dann die Plätze gewechselt, erklärt uns der Tierpfleger.

Tiger-Taiga

Ein Tiger auf Steifzug.
Ruhephase an der Wasserstelle.

Die rund 12000 Quadratmeter große Tiger-Taiga hat vor rund zwei Jahren (April 2003) sein Pforten geöffnet. Seit dieser Zeit hat sich der Tigerbestand schon durch die Geburt von zwei Tigern auf insgesamt sechs erhöht.

Neben Wiesen mit Bäumen zum Toben und einem Fluss zum Baden gibt es auch Fleckchen zum Entspannen. Auf der Anlage sind versteckte Futterstellen angebracht, die sich zu unregelmäßigen Zeiten öffnen und die Tiger in Bewegung halten sollen.

Pongoland

Viel Wissenswertes erfährt man an Schautafeln.
Eine ganz normale (Affen)- Familie.

Das Pongoland ist seit 2001 Paradies der Affen. Der Besucher kann - nur durch natürliche Barrieren getrennt- alle vier Arten der Menschenaffen betrachten: Gorillas, Schimpansen, Bobonos und Orang-Utans.

Das Gelände umfass ein Ausmaß von rund 30.000 Quadratmeter. Wir verbringen nach der Führung eine längere Zeit im Pongolandund erfreuen uns am Zusammenleben und Spielen der Tiere. Nicht selten werden wir dabei an unsere eigenen Verhaltensweisen und Reaktionen erinnert.

Affenparadies der Schimpansen.
Affenparadies der Oran-Utans

Das Pongoland ist mit über 48 Tieren die weltgrößte Menschenaffenanlage. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des Zoo Leipzig und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie.

Elefantenzucht

Erstmals seit über 60 Jahren gab es im Zoo Leipzig wieder eine Elefantengeburt. Voi Nam, erblickte im April 2002 das Licht der Welt. Bei seiner Geburt brachte der »Kleine« stolze 120 kg auf die Waage. Der Geburtstag wird seitdem von vielen Gästen gebührend gefeiert.

Gegenwärtig wird das Elefantengehege umgebaut bzw. vergrößert. Die beiden Flusspferde, die im selben Bau untergebracht sind, müssen im Februar 2005 aus Platzgründen weichen und werden in einen Zoo nach Südafrika gebracht. Trotz einer sehr langen Eingewöhnungsphase stirbt ein Flusspferd kurz nach der Ankunft im südafrikanischen Zoo. Auch der extra mitgereiste Tierarzt aus Leipzig kann dem Flusspferd nicht mehr helfen. Besonders die Pfleger leiden immer sehr unter solchen unabwendbaren Verlusten, teilt uns Herr Ernst bedrückt mit.

An vielen Stellen kann man sein Wissen testen. Unser Zureden, ein Rad zu schlagen, half leider nicht. »Tschüss und kommt bald wieder.«

Liebe Internetleser, wenn sie neugierig auf den Zoo Leipzig geworden sind, dann zögern sie nicht lange mit ihrem Besuch. Hunde dürfen allerdings nicht mit hinein und sollten sie deshalb zu Hause, oder besser noch bei lieben Bekannten, lassen. Planen sie für den Besuch, der für Erwachsene 10,- (April 2005) kostet, mindestens 4 Stunden ein.